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Philippinen mit einem Lächeln

Die ersten Eindrücke in Manila sind heftig: Dicke Luft und ein Gewurrle auf den Straßen. Bunte „Jeepneys“ – alte, zu Bussen umgebaute Jeeps – und Tricyles in allen Farben als Taxis. Straßenhändler, die sich durch Autokolonnen durchschlängeln, um alles mögliche von Wettex bis Clownnasen, von Fischerangeln bis Weihnachtsschmuck, zu verkaufen. Moderne Hochhäuser und schäbige Baracken, Meeresbucht und grüne Parks, Museen und Paläste, farbenfrohe Märkte, spielende Kinder und Spanferkelbratereien…

(erschienen in tip, 2009)

Ankunft in Manila

Man weiß gar nicht, wie einem geschieht. Und das alles gleich nach Ankunft in den tropischen Temperaturen, wir waren doch gerade noch im eiskalten Wien… Aber die Neugier auf das Land ist groß. Die Philippinen sind für Asien-Reisende, die schon „alles“ gesehen haben (ich ja nicht), oft noch Neuland. Und es zahlt sich allemal aus. Soviel vorweg. 2.000 Inseln müssen erst mal bereist werden. Wir – gemeinsam mit China Airlines und Philippine Department of Tourism– nehmen uns zumindest mal die Hauptstadt auf der Insel Luzón vor und dann Cebu, Bohol und – man gönnt sich ja sonst nichts – Boracay.

Wer in Manila Quiapo gesehen hat, der ist ein Insider, erklärt uns Juanito, unser Guide in der philippinischen Hauptstadt. In der Tat präsentiert sich dieser Stadtteil sehr spannend. Anziehungspunkt ist die Quiapo Kirche, die von Jung und Alt Wunder erhoffend aufgesucht wird. Die Wirkung verstärkt sich für jene, die nach dem Gebet auch noch eine Kerze kaufen und anzünden. Der Straßenmarkt um die Ecke bietet alles Brauchbare von Obst, Gemüse über Korbwaren und Muschelschmuck bis hin zu Haushaltswaren und Kleidung. „Very sophisticated“ ist man sogar, so Juanito, wenn man in Manila den Chinesischen Friedhof gesehen hat. Wie in einer Kleinstadt reihen sich Mausoläen und kleine Häuser entlang der Palmen gesäumten Straßen, manche bieten sogar Klimaanlage und Badezimmer. Am Rande des Friedhofs leben Menschen in Holzverschlägen. „Arm und reich, Leben und Tod – alles ganz nah beieinander“, erklärt unser Guide.

Und diese Gegensätze erfährt man immer wieder. Die Bewohner von Makati z. B. finden nur selten nach Quiapo. In Makati herrschen schicke Wohntürme und Villen, Einkaufszentren, Bars und Restaurants vor. Wer es sich leisten kann, will hier leben. Es ist das Bank- und Finanzzentrum, das Luxusviertel, hier geht man auf Partys und Vernissagen. Ein anderer Stadtteil ist Malate, der von Künstlern und Bohemians bevölkert wird. Die Manila Bay wiederum beherbergt z. B. das Cultural Center of the Philipinas, die Mall of Asia, das Convention Center oder das Denkmal für den Nationalhelden José Protasio Rizal. Beliebt bei Touristen ist auch Intramuros, das alte Stadtzentrum aus spanischer Zeit mit der bemerkenswerten St. Agustin Church und dem Casa Manila, ein Haus, das das Leben einer reichen philippinischen Großfamilie abbilden soll.

 

Mit Reagan zum Kratersee 

Beliebtes Ausflugsziel der Großstadtbewohner ist der Vulkan Taal und der dazugehörige Kratersee. Rundherum befinden sich Golfplatz und Wochenendhäuser, auf dem See werden Bootsfahrten angeboten. Der so genannte Reagan-Palast, eine inzwischen verrostete und Baustelle gebliebene und damals für den Besuch von US-Präsident Reagan geplante Unterkunft, bietet sich als nette Aussichtsplattform an, sofern nebelfrei, und viele Familien und Cliquen nutzen diese auch zum Picknick. Wir sind schon mit viel weniger glücklich, denn am Weg dorthin halten wir an Ananasfeldern und Bananenplantagen und verkosten auf der Stelle: Süßer und saftiger geht’s eigentlich nicht. Und auch der Preis – 3 Ananas für 100 Pesos, also etwa 1 Euro – überzeugt. Ja und die Mangos – zum Dahinschmelzen. Die besten Mangos der Welt gibt es angeblich auf den Philippinen. Ich glaub das sofort.

Ursprüngliches Cebu 

Die zweitgrößte Stadt der Philippinen ist Cebu-City, auf Cebu. Die östliche Insel Mactan ist mit zwei Brücken mit Cebu-Stadt verbunden und verfügt über zahlreiche Strände und Hotels. Meist fährt man aber hier mit dem Boot hinaus auf eine der kleinen vorgelagerten Inseln. Auch in Cebu-City ist die Basilica Minor del Santo Nino eine katholische Pilgerstätte. Zudem befindet sich hier das Magellan-Kreuz, das an die christliche Missionierung der Philippinen erinnert, die hier ihren Ausgang genommen hat. Faszinierend auch der Taoistische Tempel der chinesischen Gemeinde.

Ein besonderes Highlight für uns ist der Carbon Market: so ganz und gar nicht touristisch und so viel Leben! Es wird hier alles verkauft, was man zum Leben brauchen kann. Und zwischen den Ständen, egal wie ärmlich manche Abschnitte des Marktes bzw. die Bewohner hier auch sind, findet man immer wieder Karaoke-Kästen, an denen sie mit Begeisterung singen. Gesungen und getanzt wird immer, und fast jeder träumt davon, ein Popstar zu werden.

Trotz Armut ein Lächeln im Gesicht, das bemerken wir immer wieder. Und Menschen, die neugierig sind und freundlich sind. Das Flair und die Einstellung der Menschen, erinnert uns auch wieder an Juanito in Manila, wie er sagte:„Wir lächeln viel, wir sprechen mit unseren Augen“. Und: „Das Lachen hilft uns jung auszusehen. – Und die Luftfeuchtigkeit.“ Nicht gern gesprochen wird – gegenüber den Besuchern – über die Armut, mit der laut Statistiken etwa 40% der 90 Mio. Einwohner der Philippinen zu kämpfen hat. Oder über die Prostitution, die offiziell verboten ist, aber gerade in Tourismusorten und Geschäftsvierteln augenscheinlich ist.

Schokolade, Wale und Mini-Affen

4:30 Uhr Tagwache. Von Cebu aus nehmen wir eine Fähre (von Manila aus geht es auch mit Flugzeug) und fahren nach Bohol. Hauptziel aller Besucher sind die wunderschönen Chocolate Hills. Gezählte 1.268 Hügel und Kegel von 40 bis 120 Meter Höhe bilden eine sanfte und beruhigende, von herzzerreißenden Legenden (eine davon: Riese verliebt sich unglücklich, seine Tränen werden zu Hügeln…) umrankte, üppige mit Reisfeldern und Palmenhainen bestückte Landschaft. Im Herbst verfärben sich die Hügel braun und sehen aus wie – eben – Schokoladehügel.

Eine weitere Attraktion auf Bohol sind die Tarsier, die gerade mal Faust großen und kleinsten Halbaffen Asiens mit riesigen Augen und winzigen Fingerchen, die im „Tarsier Center“ Unterschlupf – da vom Aussterben bedroht – gefunden haben.

Für Taucher und Naturfreunde bietet sich Bohol ebenfalls an, nicht zuletzt aufgrund der Möglichkeit von Whale Watching bei Pamilacan Island. Auf Bohol befindet sich außerdem die älteste Kirche der Philippinen aus 1595, die Baclayon Church, die ältesten spanischen Holzhäuser aus spanischer Kolonialzeit, die immerhin 333 Jahre auf den Philippinen andauerte, wie auch das Magellan Denkmal.

Die nahe Insel Banglao bietet die gewünschten Sandstrände, Öko-Resort und Luxus-Resort am Alona Palm Beach. Und wer sein Mittagessen – Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch, Nudeln, Gemüse, Früchte etc. – bei Musik entspannt auf einem Fluss dahin treibend genießen will, besucht ein „Floating Restaurant“ am Loboc River.

Traumstrände auf Boracay

Ja und dann, dann kommt Boracay. Die Vorstellung von der idyllischen Trauminsel löst sich anfangs gleich mal auf. Natürlich, der Sand ist wirklich so weiß wie auf den Postkarten, und die Palmen genauso grün, und das Meer genauso blau, wie es sich jeder erträumt. Aber es kommt drauf an, wo man „landet“. Denn je nach Abschnitt kann es sehr laut sein mit vielen Bars, Restaurants, Discos etc. Aber es gibt sie auch, die ruhigen, lauschigen Plätze am White Beach. Das Meer in allen Nuancen von Grün und Blau, der weiße Sand, die weiße Gischt, im Hintergrund Boote und Segelschiffe. Und den Abend beim romantischen Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel in gelb, rosa und orange verfärbt und sich die letzten Sonnenstrahlen im Meer spiegeln… – den genießt man am besten bei einem üppigen Sundowner und einem feinen Dinner am Wasser! Wer da kein Lächeln im Gesicht hat…

Vergnügungen bieten auch Schnorchel- und Tauchausflüge, Islandhopping oder kleine Shoppingtouren an den vielen Ständen. Flip Flops, Muschelschmuck, Rattansouveniers, Taschen und Tücher, ein paar Mitbringsel gehen sich immer aus. Ob ruhig und beschaulich (z. B. Puka Shell Beach) oder Party – jeder bekommt, was er wünscht. Die Hotels bieten einfachen Komfort bis hin zu Luxus bester Güte. Wer auf unserer Reise geglaubt hat, das Paradies gefunden zu haben, der könnte aber irren. Angeblich gibt es noch andere Inseln, die noch schönere und lauschigere Strände zu bieten haben – aber das konnten wir vorerst noch nicht überprüfen.

 

UND NOCH MEHR BORACAY

(Im Anschluss an die Pressereise noch ein paar Tage Urlaub auf Boracay mit meiner Freundin Syliva)

Infos zu den Philippinen: 
Philippine Department of Tourism, http://www.tourism.gov.ph/
Der Flug nach Manila erfolgte mit China Airlines via Taipeh: www.china-airlines.com

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